Die Urknalltheorie

Vor der Entdeckung ferner Galaxien durch Edwin Hubble 1925, kannte man nur die Sonne und mehr oder weniger ferne Sterne und Sternhaufen. Als Albert Einstein 1915 seine spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie (ART) publizierte, galt dieses Bild vom Kosmos. Einstein nahm daher an, der Kosmos sei statisch.

Während der Sonnenfinsternis vom 29. Mai 1919 bestätigten Beobachtungen Arthur Eddingtons, dass die Ablenkung des Lichts eines Sterns durch das Schwerefeld der Sonne näher an dem von der allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagten Wert lag als an dem der newtonschen Korpuskeltheorie. Joseph John Thomson, Präsident der Royal Society, kommentierte den Befund wie folgt:
„Dieses Resultat ist eine der größten Errungenschaften des menschlichen Denkens.“[51]
Die experimentelle Bestätigung der damals kurios anmutenden Vorhersage Einsteins machte weltweit Schlagzeilen.

Experimentelle Bestätigung der vorherberechneten Lichtablenkung (1919)

Im Jahr 1931 besuchte Albert Einstein anlässlich einer Amerikareise das Observatorium auf dem Mount Wilson. Dort hatte Edwin Hubble seine Entdeckung gemacht, und Einstein ließ sich davon überzeugen, dass das wirkliche Weltall sich anders verhält als sein zeitlich unveränderlicher Kosmos. Die Schwerkraft und die von ihm zusätzlich eingeführte abstoßende Kraft halten sich nicht das Gleichgewicht. Vielmehr expandiert das Weltall, getrieben von einem ihm anfangs erteilten Schwung, dem die Schwerkraft zwar entgegenwirkt, den sie aber bis heute nicht bremsen konnte. Der Grund, weswegen Einstein die zusätzlich abstoßende Kraft eingeführt hatte – nämlich einen zeitlich unveränderlichen Kosmos zu erhalten – war mit einem Mal verschwunden. Nun wollte er nichts mehr von dieser Kraft wissen. Noch im Jahr 1946 schrieb er: „Wäre die Hubblesche Expansion schon zur Zeit der Entstehung der Allgemeinen Relativitätstheorie bekannt gewesen, das kosmologische Glied wäre niemals eingeführt worden.“


Romantisierendes Portrait der beiden Forscher. Albert Einstein blickt durch das Teleskop Edwin Hubbles, Hubble im Hintergrund.

Hier wird greifbar, wie die Relativitätstheorie mit der Urknalltheorie verknüpft ist und wie sich beide Theorien ergänzen.

Bis heute wird an der ART geforscht. Das bedeutet, die Gleichungen Einsteins sind sehr ergiebig und deren Konsequenzen bis heute nicht vollständig erforscht: Mitte der sechziger Jahre zeigten der Mathematiker Roger Penrose von der University of Oxford und der Physiker Stephen Hawking von der University of Cambridge, dass die Urknall-Singularität [Die Phase von 10 hoch -33 bis 10 hoch -4 Sekunden, 1.-3. Epoche des Urknalls, siehe unten] im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie unter sehr plausiblen Voraussetzungen unvermeidlich ist. Die früheren Einwände waren damit widerlegt. Die Zeit hat keine vom Universum unabhängige Bedeutung. Somit erübrigte sich auch die Suche nach dem Davor. Aber die uralte Frage nach dem Anfang der Welt bleibt: Wie kam es zum Urknall?
www.wissenschaft.de

Die ART ist eine der am Besten vermessenen Theorien. Einwände, welche die ART grundsätzlich infrage stellen, sind anhand der zahlreichen Messungen kaum mehr sinnvoll. Die Zahl der vorgenommenen Messungen ist immens. Ein Beispiel: Die Entwicklung von Atomuhren hat es möglich gemacht, den Einfluss der Gravitation auf die Zeit auch direkt zu messen. Im Prinzip ist diese Messung eine Variation der Nachweise der gravitativen Rotverschiebung. 1971 wurde durch J. Hafele und R. Keating (Hafele-Keating-Experiment) mit Caesiumuhren in Flugzeugen der durch die Gravitation verursachte Gangunterschied von Uhren in verschiedenen Höhen gemäß der allgemeinen Relativitätstheorie mit etwa 10 % Genauigkeit eindeutig nachgewiesen. Durch ein ähnliches Experiment von C. Alley (Maryland-Experiment) konnte die Genauigkeit 1976 auf 1 % gesteigert werden. R. Vessot und M. Levine publizierten 1979 Ergebnisse eines ähnlichen Experiments mit Hilfe von Raketen und gaben eine Genauigkeit von 0,02 % an. Beim heutigen satellitengestützten GPS-Navigationssystem müssen Korrekturen sowohl gemäß der speziellen als auch der allgemeinen Relativitätstheorie berücksichtigt werden, wobei Effekte durch die allgemeine Relativitätstheorie überwiegen. Umgekehrt kann dies auch als Bestätigung dieser Theorien angesehen werden
wikipedia.org/wiki/Rotverschiebung

Der durch die ART vorausgesagte Effekt der Gravitationswellen war die spektakulärste Bestätigung der jüngsten Zeit.
www.zeit.de

Ich habe die theoretisch berechnete Wellenkurve über die Messungen gelegt, um die Übereinstimmung von Theorie und Messung zu zeigen.
Bildquelle: wikipedia.org

Weiter zur Urknalltheorie und der Expansion des Kosmos und ihr Zusammenhang mit der spektralen Rotverschiebung entfernter Objekte.

Die Rotverschiebung

Aufgrund der räumlichen Verteilung anderer Galaxien sowie ihrer im Spektrum u .a. von Milton Humason nachgewiesenen Rotverschiebung postulierte der belgische Priester Georges Lemaître im Juni 1927 die Expansion des Weltalls im Einklang mit Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Hubble veröffentlichte zwei Jahre später mit zusätzlichen Daten denselben linearen Zusammenhang zwischen der Rotverschiebung und der Verteilung extragalaktischer Nebel, zog jedoch nicht die physikalische Schlussfolgerung einer Expansion des Weltalls und vermutete ein bisher unentdecktes Naturprinzip hinter der Rotverschiebung. Dennoch wird in der öffentlichen Wahrnehmung diese Entdeckung Lemaîtres häufig Hubble zugeschrieben.
wikipedia

Wenn die Rotverschiebung ein Effekt der Lichtermüdung wäre (wie von Gegnern der Urknalltheorie behauptet), dann dürfte Folgendes nicht sein: Die Astronomen suchen heute intensiv nach Sternen, die Begleiter haben. Das können kleinere Sterne oder Planeten sein. Dabei stützt man sich auf zwei Phänomene. Zum einen werden Sterne etwas dunkler, wenn der umlaufende Körper sie vorübergehend verdeckt. Andererseits werden diese Sterne durch die umlaufende Masse etwas aus ihrer Ruhelage bewegt. Diese Bewegung kann man als pulsierende Rotverschiebung messen. Beide Effekte lassen sich in Übereinstimmung bringen. Zum einen die Verdunkelung wegen eines Durchgangs des Begleiters, andererseits der Wechsel der Rotverschiebung. Das sollte beweisen, dass eine Rotverschiebung, Bewegung kennzeichnet.
Siehe dort: scienceblogs.de

Alpha Centauri, Wird Licht müde

Die Streuung im Hubble-Diagramm,

war zu Hubbles Zeit noch sehr groß. Man könnte auf die Idee kommen, die Eregebnisse seien wenig eindeutig.


Quelle: https://astro.uni-bonn.de/~deboer/hubble/hubble.html

Doch heute hat sich das Bild gravierend geändert. Einerseits sind die Messungen sehr viel genauer, andererseits kann man weiter entfernte Objekte vermessen. Ich denke, das Ergebnis ist überzeugend und lässt wenig Spielraum für andere Deutungen, als die, einer linearen Zunahme der Rotverschiebung mit der Entfernung. Gemessen wurden die Helligkeiten von Sternexplosionen(Supernova) und die Rotverschiebungen:

Quelle: http://images.slideplayer.org/2/789543/slides/slide_28.jpg

Scheinbare Größe ist die Helligkeit, die man tatsächlich sieht. Die absolute Größe ist die Helligkeit, die aufgrund von vergleichbaren Sternexplosionen bekannt sind. Die Differenz ist ein Maß für die Entfernung. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Supernova#…_von_Supernovae

Die Größe des Hubble-Diagramms ist Geschwindigkeit (z. B. in Meter pro Sekunde, m/s) über Entfernung (z. B. Meter m), also Zeit ( m/(m/s) = s). Ein konstanter Wert als Alter des Universums, wenn es eine Gerade ist. Voraussetzung ist, dass die Rotverschiebung als Momentangeschwindigkeit interpretiert wird. Auch das wurde im Rahmen der Überprüfung der ART schon mehrfach vermessen, siehe oben (Hafele-Keating-Experiment, Maryland-Experiment, GPS Korrekturen). Will man eine alternative Deutung der Rotverschiebung postulieren, dann muss man auch die Ergebnisse dieser Messungen alternativ und schlüssig deuten.

Mir erscheint das Unterfangen, diese Fakten alternativ deuten zu wollen, als wollte man in einer kanadischen Holzfällerhütte folgende Fakten alternativ deuten wollen: Etwas kommt oft in kanadischen Wäldern vor, scharrt gerade an der Türe und brüllt wie ein Bär. Soll man nun das Gewehr von der Wand nehmen oder könnte es etwas anderes sein? Die Anhänger der Steady-State-Theorie (statisches Universum), sind in etwa in dieser Lage.

Die Restwärme nach dem Urknall

Ein weiterer wichtiger Baustein der Urknalltheore wurde durch puren Zufall aufgefunden. Falls es in ferner Vergangenheit einen Urknall (Big Bang) gegeben hätte, so müsste diese Anfangsphase extrem heiß gewesen sein. Aufgrund des Weltalters müsste dann eine Restwärme im ganzen Kosmos verteilt vorhanden sein. Eine Strahlung aus dem intergalaktischen Raum mit 2,8 K wurde bereits 1933 von Erich Regener vorhergesagt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hintergrun…lung#Geschichte

Als Arno Penzias und Robert Woodrow Wilson, 1964 beim Test einer neuen empfindlichen Antenne, die für Experimente mit künstlichen Erdsatelliten, ein überall vorhandenes Rauschen im Radiowellenbereich fanden, dachten sie zuerst an einen Fehler ihrer Geräte. Als Penzias und Wilson ihre Ergebnisse veröffentlichten, interpretierten Robert Henry Dicke u. a. die Entdeckung bereits als kosmische Schwarzkörperstrahlung
https://de.wikipedia.org/wiki/Hintergrun…lung#Geschichte

Man fand also durch einen Zufall jene Strahlung, die als Restwärme eines Urknalls da sein musste, wenn die Theorie stimmen sollte. Zunächst konnte man feststellen, dass diese Strahlung aufgrund der sogenannten Restwärme des Urknalls eben die Größe hatte, die man für das Alter des Kosmos vorherberechnet hatte. Dass diese Strahlung, aufgrund der Urknalltheorie nur eine Schwarzkörperstrahlung sein konnte, das konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend genau nachweisen. Diesen Nachweis erbrachte man (1989-1983) mit der COBE (Cosmic Background Explorer) Mission. Ein Satellit sollte die Strahlung genauer vermessen. Man fand die erwartete Frequenzverteilung eines schwarzen Strahlers (Planckspektrum)
Siehe Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Hintergrun…a/File:Cmbr.svg
Zur Geschichte der COBE Mission: https://de.wikipedia.org/wiki/Hintergrun…lung#Geschichte

Die Urknalltheorie ist jedoch bisher unvollständig und weist Lücken auf. Eric J. Lerner veröffentlichte 1991 ein Buch mit dem Titel:
Lerner’s 1991 book, The Big Bang Never Happened
https://en.wikipedia.org/wiki/Eric_Lerner

Lerners Einwände wurden von Fachkollegen als fehlerhaft zurückgewiesen und sie wurden durch die COBE (Cosmic Background Explorer) Mission (sieh oben), erheblich erschüttert, denn eine Frequenzverteilung, die sich als Planckspektrum zeigt, dürfte es in einem statischen Kosmos nicht geben.

Im Laufe des 20. Jh. setzte sich die Urknalltheorie weitgehend durch. Sie wurde bisher sowohl theoretisch, als auch durch Messungen immer wieder bestätigt.

Es gibt weiterhin Kritik an der Urknalltheorie, wie ein Artikel der Zeit vom 1. Juli 2004 zeigt. Das Resümee hierzu:

Destruktive Kritik, wie jetzt von den 33 Urknall-Gegnern vorgetragen, bleibt in diesem Spiel ohne Wirkung. Die Anti-Big-Bang-Bewegung müsste stattdessen bessere Erklärungserfolge vorweisen. Das ist ihr in den vergangenen 50 Jahren nicht gelungen. Dass es an Geld mangelt, ist zwar ärgerlich, aber keine Entschuldigung. Denn die Daten von Forschungssatelliten und Erdteleskopen sind öffentlich zugänglich. Mit ihnen dürfen auch die Urknall-Gegner rechnen. Nicht jede Gruppe, die einen Schrotschuss in den Theorienwald feuert, könne man gleichberechtigt mit Geld und Ressourcen unterstützen, meint Martin Carrier. „Sonst muss man den Laden dichtmachen.“
Quelle: http://www.zeit.de/2004/28/Urknall

Das große Missverständnis: Der Kosmos ist statisch und dennoch fliegt alles auseinander

Die Vorstellung, dass der gesamte Kosmos, wie nach einer Explosion auseinanderfliegt muss etwas korrigiert werden. Anders gesagt, das Bild stimmt nicht. Eine Explosion fände innerhalb von Raum und Zeit statt. Was im Kosmos jedoch expandiert ist der Raum selbst. Im Universum bewegen sich die Himmelskörper aber nicht nur von selbst. Sie bewegen sich auch scheinbar, aufgrund der Expansion des Universum. Ich habe deswegen “scheinbar” geschrieben, weil es sich bei der Expansion des Universums nicht um eine Bewegung der Galaxien durch den Raum handelt. Das, was Edwin Hubble in den 1920er Jahren entdeckt hat, war etwas ganz anderes. Er fand heraus, dass sich der Raum selbst ausdehnt. Die Galaxien entfernen sich alle voneinander, weil sich der Raum zwischen den Galaxien beständig ausdehnt (Die Galaxien selbst, und mit ihnen die Sterne und Planetensysteme und alles was sich auf ihnen befindet dehnen sich nicht aus. Auf diesen kleineren Skalen wirkt die Gravitationskraft der Expansion entgegen und hält die Objekte zusammen. Darum wird unser Sonnensystem zum Beispiel nicht größer, auch wenn sich das Universum ausdehnt).
http://scienceblogs.de/astrodicticum-sim…der-kosmologie/

In der Tat genügt es nicht, die Urknalltheorie abzulehnen, man muss die aufgefundenen Phänomene und Messungen zu einer schlüssigen neuen Theorie zusammenfügen. Kritiker sollten sich nicht aus weltanschaulichen oder philosophischen, sondern aus sachlichen Gründen zurückgewiesen sehen. Die Urknalltheorie wird nicht zufällig eine Theorie genannt. Sie ist unvollständig, wirft viele Fragen auf und ist gleichzeitig sehr gut belegt. Widersacher müssen eine neue und ebenso schlüssige Theorie aufzeigen, wenn sie ernst genommen werden wollen.

-> Schwarzkörperstrahlung gut erklärt

Dieser Beitrag sollte auch von Menschen verstanden werden, die nicht Astrophysik studiert haben. Die Übersetzung kosmologischer Forschung in verständliche Sprache hat Harrald Lesch ins Fernsehen gebracht. Zunächst lange Zeit als Sendung, die erst spät in der Nacht ausgestrahlt wurde:

Alternative Erklärung zur Urknalltheorie, die Steady-State-Theorie

(https://de.wikipedia.org/wiki/Steady-State-Theorie):

Die meisten Kosmologen sehen die Steady-State-Theorie wegen der Entdeckung der Hintergrundstrahlung im Jahre 1965, welche von der Urknalltheorie vorhergesagt worden war, als widerlegt an. Stephen Hawking sagte, dass die Entdeckung des Mikrowellenhintergrundes und die Vermutung, dass dieser mit dem Urknall in Verbindung zu bringen sei, der letzte Nagel zum Sarg der Steady-State-Theorie gewesen sei. In der Steady-State-Theorie ist der Mikrowellenhintergrund das Ergebnis des Lichtes alter Sterne, das durch Staubwolken gestreut wurde. Dennoch hat diese Theorie die meisten Kosmologen nicht überzeugt, da der Mikrowellenhintergrund sehr gleichmäßig ist, was punktförmige Quellen unwahrscheinlich werden lässt.

1993 versuchten Hoyle, Geoffrey Burbidge und Jayant V. Narlikar die Theorie neu zu beleben. Sie stellten die These auf, dass die Erzeugung neuer Materie in Einzelschritten oder Sprüngen erfolgt, welche als „Mini-Bangs“ oder „Mini-Entstehungsereignisse“ bezeichnet werden. Die Mini-Bangs könnten sogenannte Weiße Löcher sein, die durch Wurmlöcher von „Black Holes“ gespeist werden, die in einer anderen Raumzeit entstanden sind. In einem solchen Kosmologiemodell ist eine erste Ursache nicht ausgeschlossen, aber kein Muss. Das Universum entsteht über alle Zeiten hinweg immer wieder neu, was auch ein Erklärungsansatz für die Tatsache ist, dass in physikalischen Gleichungen die Zeit keinen Richtungsverlauf hat.[4] Jedoch wird auch die neue Variante vom Großteil der wissenschaftlichen Gemeinschaft abgelehnt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Steady-State-Theorie

Die sieben Schritte der Urknalltheorie

Harald Fritzsch veröffentlichte 1983 ein Buch mit dem Titel:
Vom Urknall zum Zerfall: Die Welt zwischen Anfang und Ende
Es gibt dieses Buch in unveränderter Form nun in der siebten Auflage. Darin erläutert der Autor, wie die Elementarteilchenphysik die einzelnen Stufen des Urknalls erklärt.
Vom Urknall zum Zerfall
Dabei stützt sich der Autor auf eine gängige Darstellung, die sich durchaus in ein harmonikales Weltbild fügt.

Dieses Diagramm zeigt die Entwicklung des Kosmos in sieben Stufen, wie sie in allen mir bekannten Publikationen dargestellt wird. Die achte Stufe ist der Beginn unseres Kosmos, wie wir ihn heute kennen.
Wir haben in gewisser Weise eine Mischung aus einer siebenstufigen Tonleiter und einer beschränkten Obertonreihe vor uns. Die Analogie geht aber noch weiter. Diese kosmische Entfaltung weist an bestimmten Stufen für die Harmonik ganz typische Themen aus, die bisher nur in rudimentärer Form, eingeklammert ausformuliert sind.

Die zweite Epoche ist gekennzeichnet von Kräften, die in der Folge die Aufspaltung in Mikro- und Makrokosmos führten.(Dualität entsteht)
In der dritten Epoche entstanden die dreifach symmetrischen Quarks. (Analog zum Quintintervall)
Die vierte Epoche markiert die Differenzierung von Masse und Strahlung. Im übertragenen Sinn entsteht Erde (Masse) als Gegensatz zu Energie.
In der fünften Epoche herrscht das Thema Polarität. (Terzintervall, Dur-Moll)
Die sechste Epoche erzeugt die Atome. (Analog zum Senarius. Ein Begriff Hans Kaysers, der das Ende der konsonanten Intervallreihe 1:2:3:4:5:6 ausweist)
In der siebten Epoche wird der Kosmos durchsichtig.
Die achte Epoche entlässt die erzeugte Energie und die Atome in eine kosmische Entwicklung, in der die Strukturen unseres heutigen Kosmos entstanden. Sie dauert noch heute an. (Die dritte Oktave entfaltet sich)

Es gibt in vielen alten Kulturen Hinweise in den Schöpfungsmythen, die auf einen Anfang der Schöpfung hinweisen. Eine der Bekanntesten ist der Schöpfungsbericht des alten Testaments, der darüberhinaus in sieben Epochen stattfindet. Die achte Epoche bezeichnet den Beginn aller weitern biblichen Erzählungen. D.h. die Seher alter Zeit müssen intuitiv geahnt haben, dass die Schöpfung einen Anfang haben muss, oft tauchen siebenfältige Strukturen auf.

Einer der erstaunlichsten Belege für diese Art der Hellsicht ist der Text in den Büchern des Dzyan, die von Helena Petrowa Blavatsky aus dem Tibetischen übertragen und kommentiert wurden. Dort ist von einem „leuchtenden Ei“ und eine Art von Urknall die Rede:

DIE DREI FALLEN IN DIE VIER. DIE STRAHLENDE
WESENHEIT WIRD SIEBEN NACH INNEN; SIEBEN NACH
AUSSEN. DAS LEUCHTENDE EI, DAS IN SICH SELBST
DREI IST, GERINNT UND VERBREITET SICH IN
MILCHWEISSEN FLOCKEN DURCH DIE TIEFEN DER MUTTER;
DER WURZEL; WELCHE IN DIE TIEFEN DES OZEANS DES
LEBENS HINWEINWÄCHST.

Helena P, Blavatsky; Geheimlehre; Bd.1, S.95.

Was war vor dem Urknall

Eine semantische Schwierigkeit liegt darin, dass das Wort mehrdeutig ist: Urknall bezeichnet sowohl

• die heiße Frühphase des Universums, in der die Materie entstanden ist, als auch

• den absoluten Beginn von Raum, Zeit und Energie als auch

• die Urknall-Singularität selbst.

Traditionell sind alle diese Bedeutungen gleichzeitig gemeint. Sie fallen jedoch keineswegs notwendig zusammen und müssen daher streng auseinander gehalten werden, wie philosophische Überlegungen und die wissenschaftlichen Fortschritte in der Kosmologie zeigen.

• „Die Phase von 10-33 bis 10-4 Sekunden nach der ominösen Urknall-Singularität markiert die Entstehung der Materie und sollte als Urblitz von der Entstehung der Raumzeit begrifflich und konzeptionell unterschieden werden“, betont Wolfgang Priester. Denn, argumentiert der Kosmologe von der Universität Bonn, bereits die Allgemeine Relativitätstheorie beschreibt Weltmodelle, in denen das Universum nicht mit einer Singularität beginnt, sondern Raum und Zeit unabhängig von der Materie und Energie existieren. Solche „leeren“ Universen können ewig sein, das heißt keinen Anfang haben.

Potpourri der Weltmodelle

• Manche Modelle nehmen eine Ursubstanz an, woraus der Urknall explodierte. Die Idee wurde schon von einem der Gründer des Urknallmodells, dem belgischen Astronomen und späteren katholischen Priester Abbé Georges Edouard Lemaître, favorisiert, der von einem zerfallenden Uratom ausging. Nathan Rosen und Mark Israelit von der Universität Haifa, Israel, schlugen ein „Kosmisches Ei“ [Siehe Zitat oben, aus der Geheimlehre] vor – eine winzige Blase aus einem geschlossenen dreidimensionalen Raum ohne Singularität von 10-33 Zentimeter Größe, gefüllt von Prämaterie mit einer Dichte von über 1093 Gramm pro Kubikzentimeter.
• Wenn das Universum sich – entgegen den aktuellen Beobachtungen – nicht ewig ausdehnt, sondern in einem Endknall selbst verschlingt, könnte daraus vielleicht ein neues Universum wie Phönix aus der Asche hervorgehen, hat schon Lemaître spekuliert. Nach diesem Phönix-Modell wäre unser Universum nur eine Episode in dieser Kette der ewigen Wiederkehr. Ein solches ozillierendes Universum haben vor einigen Jahren Ruth Durrer (Université de Genève) und Joachim Laukenmann (Universität Zürich) als Alternative zur Inflationstheorie wiederbelebt. Wie die Natur beim großen Kollaps die Singularität vermeidet und wieder aufersteht, blieb allerdings rätselhaft.
http://www.wissenschaft.de/archiv/-/jour…iali%C3%A4t%3F/

Dieses hochmoderne theoretische Szenario ist das der Thesophie. Auch dort „schäft“ der Kosmos während eines „Paralaya“, erwacht zu neuem Leben. Wörtlich heißt es in den Büchern des Dzyan:

DIE EWIGE MUTTER, GEHÜLLT IN IHRE IMMER UNSICHTBAREN
GEWANDE, HATTE WIEDER EINMAL WÄHREND SIEBEN EWIGKEITEN
GESCHLUMMERT.

Es gibt heute zahlreiche weitere und aufgrund der modernen Modelltheorien mögliche Szenarien.
Siehe dort: http://www.wissenschaft.de/archiv/-/jour…iali%C3%A4t%3F/

Beim Blick in die Annalen war ich nicht alleine. Harald Lesch und Harald Zaun verfassten 2008 eine Skizze zur Urknalltheorie mit dem Titel: DIE KÜRZESTE GESCHICHTE ALLEN LEBENS und folgender Passage in der Einleitung:

„Beim Studium der Annalen der wissenschaftlichen Theorien über den Urknall begegnen wir einem erstaunlichen Kuriosum, das der Erwähnung bedarf. In verschiedenen Menschheitsepochen wurde die Idee des Urknalls in vielen Kulturen im Kern angedeutet. Was unsere Urahnen in ihren Mythen zu Papyrus brachten und Astrophysiker heute mit dem wissenschaftlich fundierten Urknallmodell vorlegen, hat zumindest in einem Punkt scheinbar eine gemeinsame Wurzel. Historisch gesichert ist: In vielen überlieferten Darstellungen der Ägypter, der nordamerikanischen Indianer, der Sumerer oder der Chinesen stoßen wir auf Bilder, die die Erschaffung der Welt auf eine Lichtexplosion zurückführen. Ausgehend von dem Credo, dass nichts aus dem Nichts kommen kann, versuchten vor allem die Philosophen der Antike – kraft ihrer Geistespräsenz und Kreativität – den Urzustand der Welt und den Urstoff der Materie zu erklären. So weist der Weltentstehungsentwurf des ionischen Philosophen Anaximander (um 610–546 v. Chr.) gar urknallähnliche Züge auf. Seiner Ansicht nach entstand die Welt aus
einem zeugungsträchtigen Samenkorn des Heißen und Kalten – und zwar durch »Abtrennung«. Am Anfang war »das Grenzenlose« (Ápeiron), auf das später eine Art Explosion erfolgte, aus der sich dann alle Himmelskörper ausbilden sollten. Ist dies wirk-lich reiner Zufall, oder schimmert hier ein intuitives Wis-sen durch, mit dem uns die Evolution versehen hat?
Tragen wir womöglich sogar das Gedächtnis des Universums in uns“ …

Aus einer Leseprobe des Buchs DIE KÜRZESTE GESCHICHTE ALLEN LEBENS; Piper, München, 2008, 2. Aufl.

Die Diskussion zur Urknalltheorie bei bewusstsein.xobor.de

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