Was haben Kornkreise mit Harmonik zu tun?

Das Titelbild Kornkreis vom 26. Juni 2017 Link zur Enträtselung

Kornkreise sind Objekte harmonikaler Aisthesis (kontemplative Betrachtung)

Um verstehen zu können, was Aisthesis (Die Anhörung) ist, sollte ich erklären, das Akroasis ist, denn um diesen Begriff kreist die ganze Harmonik.
Hans Kayser zitiert in der Einführung zum Lehrbuch der Harmonik Schöpfungslegenden aus den jüdischen, babylonischen, persischen, indischen, ägyptischen, chinesischen, polynesischen und griechischen Kulturräumen. Alle haben eines gemeinsam. Die „präponderanz“[1] des „Akkustisch-Harmonikalen“[2]. Es geht um „Erzählen, Verkündigen, Sagen, Kundgeben, Klingen, Reden“

Ein schönes Beispiel:
„Der 19. Psalm beginnt mit den Versen: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt das Werk seiner Hände. Ein Tag sagt es der anderen kund – ohne Sprache, ohne Worte, mit unhörbarer Stimme. Ihr klingen geht aus durch alle Lande, ihr Reden bis zum Ende der Welt.“[3]

Im „Unhörbaren“ erkennt Kayser: „jene geheimnisvolle ‚unhörbare Harmonie der Pythagoreer‚“.[4] Kayser nimmt die in der Antike verbreitete Sphärenharmonie mit hinein in den „akroatischen Vorstellungskreis“. Akroasis also, als „unhörbare“ Harmonie, als Aspekt der Sphärenharmonie. Ein Harmoniebegriff, der weit über die Harmonienlehre der Musik hinausgeht. An dieser Stelle zeigt sich der lexikalische Irrtum, dem wir erliegen, wenn wir etwa bei Wikipedia oder einem anderen Lexikon nach dem Begriff Harmonik suchen und erwarten, etwas über pythagoreische Harmonik zu finden. Der Autor gibt dazu eine überraschend treffende und überaus kurze historische Begründung, in welcher der Zustand der Jetztzeit in allen Fassetten zu erkennen ist:

In der Neuzeit brach das akroatische Weltbild auseinander. Die Wissenschaft emanzipierte sich, die Religion wurde – trotz oder durch die Reformation? – ‚privatsache‘ und die geistigen Einheitsbestrebungen flüchteten in das philosophische Denken. Für den ‚Ton‘ im spekulativen Sinne, im Sinne einer Anhörung der Welt, war kein Platz mehr. Auch die Musik löste sich mehr und mehr von religiösen Bindungen, sie wurden, wie die übrigen Künste, ‚autonom‚“[5]

Kayser steht ganz im Kreis der pythagoreischen Überlieferung, wenn er etwa schreibt: „Der freundliche Leser wird weiter mit mir der Ansicht sein, dass nun einem Namen, ja einer ganzen Begriffswelt nicht mehr ausgewichen werden kann: Pythagoras.“[6] Er bringt die zentrale Idee der Harmonik mit jener, der Pythagoreer in Übereinstimmung, wenn er schreibt: „Welches ist nun die Grundidee des Pythagoras und des Pythagoreismus?“.

Das gesamte Weltall ist Harmonie und Zahl‚“[7]

Es ist nun vollkommen klar, dass „Harmonie und Zahl“, sich nicht nur in Rhythmus, Takt, Intervall und Musik niederschlagen, sondern dass diese natürlicherweise auch in Geometrie und der Baukunst ihren Niederschlag finden. Kayser wendet sich der Geometrie in seinem Lehrbuch, S. 94-120, ausführlich zu, betrachtet Rechtecke harmonikaler Proportionen wie auch Parabel, Hyperbel, Ellipse, unterscheidet liegende von stehenden Figuren, aus Ausdruck der Unter- und Obertonreihe, stellt Polygone den Tonleitern gegenüber, zeichnet Figuren ins Zahlenfeld des Lamdoma. Alles dies zielt auf Aisthesis ab. Aisthesis ist also Betrachtung in einem kontemplativen Sinn. Akroasis ist Anhörung in einem kontemplativen Sinn. Diese beiden knappen Definitionen brauchten den vorhergehenden Textbogen, um erfasst zu werden.

Im Vorwort zum Lehrbuch verwendet er den Begriff ‚Akroasis‘ = Anhörung – im Gegensatz bzw. in Ergänzung zur ‚Aisthesis‘ = Anschauung“, um sich von der Verwechslung mit der bloßen Harmonienlehre abgrenzen zu können. Kayser stellt beide Begriffe gegenüber, um die Universalität der Harmonik zu unterstreichen [8].
Zweifelsohne ist Aisthesis, neben der Akroasis vollkommen gleichwertig denn anders kann man nicht erklären, warum die Baukunst sich seit dem Neolithikum an harmonikalen Prinzipien orientiert.

Auf diese Weise sind die Geometrien der Kornkreise an und für sich harmonikale Objekte und auch so zu behandeln. Stonehenge, die Pyramiden, Kathedralen und andere Baudenkmäler weisen überdeutlich harmonikale Proportionen auf und so auch Kornkreise.

„The Renaissance architect, Leon Battista Alberti, wrote that, “the numbers, by means of which the agreement of sounds affects our ears with delight, are the very same which please our eyes and our minds.”
Übers. d. Autors: Der Renaissance-Architekten, Leon Battista Alberti, schrieb:
Die Zahlen, durch deren Wirkung Klänge entstehen, die unser Gemüt mit Freude erfüllen, sind die gleichen, die unseren Augen und unserem Verstand gefallen.

Mitchel, Tommy; Rosslyn Chapel – The Music; 15.3.2006, S. 5;

Rosslyn Chapel

Wer ist Urheber der Kornkreise

Es gibt keinen Zweifel, dass viele Kornkreise menschlicher Abkunft sind. Die Qualität der meisten Kornkreise ist so schlecht, dass es nicht lohnt, sich damit zu befassen. Das ist der Grund, weshalb viele, von einer Betrachtung dieser Gebilde tunlichst Abstand nehmen. Ab und an sind sehenswerte, manchmal spektakuläre Kornkreise unter der Vielzahl von misslungenen Kreationen. Obwohl es viele Fälschungen gibt, sind manche Kornkreise paranormale Phänomene: Siehe dort

Ich will ein Beispiel geben:

19. Juni 1999 Sompting Worthing, WestSussex, England

Diese Luftaufnahme zeigt einen Kornkreis, der 1999 erschien. Ein zentraler Kreis, um den sich drei kleinere legten.

 

 

 

 

Die geometrische Analyse ergab, was als graue Linien sichtbar gemacht ist. Die kleinen Kreise haben den Durchmesser 1/3, des großen Kreises. Alle vier berühren ein umgebendes Dreieck. Eine schöne harmonikale Darstellung und überraschend, wie sich diese Kreise in ein gls. Dreieck fügen. Harmonikal in mehrfacher Hinsicht. Nimmt man die Dreieckshöhe als Seite eines Monochords der Mensurlänge 100 cm, so erklingt: C-D-G, oder auf F: F-G-C‘, eine Umkehrung des C-Durdreiklangs C-F-G.

Das ist ein sehr simples Beispiel, es gibt wesentlich überraschendere und komplexere Fälle. Die Schönheit mancher dieser Kornkreise lässt im Beschauer die Frage nach einer tieferen Bedeutung aufkommen.

Es gibt zwei Brücken, welche das Einzelobjekt, wie oben gezeigt, als Erscheinung einer Welt- und Sphärenharmonie ausweist. Die eine ist das Harmonieempfinden, das aber rein subjektiv ist und sich in der Weite individueller Beliebigkeit verliert (Dem einen gefällt dies, dem anderen jenes). Das sagt im Grunde noch nichts aus. Die zweite Brücke ist Zahl und Analogie, oder nach Hans Kayser „Entsprechungslehre“ Kayser unterscheidet:

Entsprechung (Analogie) und Symbolik (Archetypus)

„Der Unterschied zwischen harmonikaler Entsprechung und harmonikaler Symbolik besteht vorwiegend darin, dass bei der Reihe der Entsprechungen das Gewicht auf die einzelnen Entsprechungsphänomene (Analogien) gelegt wird, während die Symbolik sich auf den Prototypus zurückwendet, der hinter den Entsprechungen steht.“[9]

„Analogie besteht zwischen den Kiemen des Fisches und den Lungen der Wirbeltiere“. Das Symbol nennt Kayser auch „Prototypus“ und „Wertform“, nähert ihn dem Jungschen „Archetypus“ an. In der „Allegorie“ und im „Gleichnis“ erkennt er das Symbol in seiner dynamischen, erzählten Form[10].

Als Beispiel kann der oben gezeigte Kornkreis eine Form von pythagoreischer Tetraktys sein. Tetraktys (griech. Vierheit) als harmonikale Wertform, Symbol für das Prinzip der Vierheit, denn vier Kreise sind zu sehen. Ein zentraler Kreis und drei periphere, kleine Kreise.


Kornkreis, 19. Juni 1999, Sompting Worthing, West Sussex, England

Das Problem der Kornkreisschöpfer, bzw. ihrer Macher

Wenn die Geometrie eines Kornkreises Überraschungen birgt. Wenn geometrische Sätze enthalten sind, gute Näherungen an Intervallproportionen. Wenn Näherungen an die Quadratur des Kreises enthalten sind, die bisher unbekannt oder originell gemacht sind, etc., wenn die Kreise, Ringe, Geraden, ausreichend genau sind, dann spielt die Frage, wer sie gemacht haben könnte, für mich keine Rolle mehr.

Kornkreise sind des Öfteren sofort als Pfusch erkennbar. Krumme Linien, krude Geometrie, dümmliches Design. Wie in jedem Metier gibt es die „Schöpfer“ und die „Macher“.

Da Kornkreisen der Nimbus des mystischen zu eigen ist, stellt sich die Frage, sind einige der Kornkreise nichtmenschlicher Abkunft? Haben wir ein einigen wenigen Kornkreisen Botschaften höherer oder außerirdischer Intelligenz zu sehen? Für mich entfaltet sich die Mystik von Kornkreisen in der Analyse ihrer Geometrie. Für den Beschauer in ihrer Schönheit. Gut gemachte Kornkreise vereinen beides und lösen Faszination aus, wie etwa ein Kunstwerk. Ist ein nicht jedes Kunstwerk, das diese Wirkung beim Beschauer auslöst per se mystisch? Da diese Wirkung seit Jahren immer wieder von einigen wenigen Kornkreisen ausgeht, gibt es eine rege Fälscherszene, die sich die Autorenschaft mancher solcher Kornkreise zumeist ungerechtfertigt ans Revers stecken. Oft ist schwer beweisbar wer nun hinter diesen Schöpfungen steht.


Der Kornkreis, bei Milk Hill, England, erschienen, binnen einer regnerischen Nacht im Jahr 2001.

Für die Gruppe, die diesen Kornkreis in der vorliegenden Größe und Präzision unter kontrollierten Bedingungen herstellt, wurden zwei mal hohe Preisgelder ausgesetzt, die bis heute nicht abgeholt werden konnten.

Ich darf feststellen, nach allem was ich in meiner Beschäftigung seit etwa 2009 in Erfahrung bringen konnte, sind einige der Kronkreise offenbar schwerlich menschlicher Abkunft.

Wichtig in diesem Zusammenhang sind etwa die Arbeiten von Levengood

http://www.openminds.tv/biophysicist-and…sses-1971/24370

und Nancy Talbot:

http://www.bltresearch.com/plantab.php

Spektakulär und nach meinem Wissensstand als echt anzusehen, ist das folgende kurze Video

Eine vollständige Betrachtung ist an dieser stelle nicht möglich.
Ich will aber die wenigen guten Bücher zum Thema empfehlen und von vielen anderen, nicht genannten abraten. Die Zahl unseriöser oder hochgradig spekulativer Literatur ist sehr groß.

https://www.amazon.de/Untersuchung-spira…isrunde+zeichen

https://www.amazon.de/Ph%C3%A4nomen-Korn…ller+kornkreise

https://www.amazon.de/Kornkreise-Geometr…ller+kornkreise

____________________________________________
[1] Hans Kayser, Lehrbuch der Harmonik, Einführung, S. XIII.
[2] O.a.a
[3] O.a.a
[4] O.a.a und dort zitiert aus Plutarch: de anima procreat, nach Heraklit
[5] O.a.a. S. XXX.
[6] O.a.a., S. XX.
[7] O.a.a., S. XXI. dort zitiert, Aristoteles, Metaphysik I. Buch, (übers.) Lasson, Jena 1907, S. 18.
[8] O.a.a., S. IX.
[9] O.a.a., S. XLVI
[10] O.a.a., S. XLVI-XLVII.

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