Kantsche Kategorien

Die Neigung des Menschen zu metaphysischen Fragen ist ihm eingeboren und kommt aus der Fähigkeit vernunftgemäße Schlüsse zu ziehen. Diese Fähigkeit ist transzendent, (nicht aus der sinnlichen Wahrnehmung erklärbar) und jedem vernunftbegabten Wesen zueigen.

„Nun ist aber diese Art von Erkenntnis in gewissem Sinne doch auch als gegeben anzusehen, und Metaphysik ist, wenn gleich nicht als Wissenschaft, doch als Naturanlage (metaphysica naturalis) wirklich. Denn die menschliche Vernunft geht unaufhaltsam, ohne daß bloße Eitelkeit des Vielwissens sie dazu bewegt, durch eigenes Bedürfnis getrieben bis zu solchen Fragen fort, die durch keinen Erfahrungsgebrauch der Vernunft und daher entlehnte Prinzipien beantwortet werden können, und so ist wirklich in allen Menschen, so bald Vernunft sich in ihnen bis zur Spekulation erweitert, irgend eine Metaphysik zu aller Zeit gewesen, und wird auch immer darin bleiben.“
Kant, Kritik der reinen Vernunft

Die Kategorien sind keine Überbegriffe, sondern sie bilden die Grammatik Erkenntnis tragender Aussagen (Urteile). Kant nennt sie daher auch „Transzendentale Prinzipien“

Um die Verständlichkeit zu erleichtern, habe ich die Originalbegriffe aus Kants „Tafel der Kategorien“ verwendet. Diese Prinzipien fließen aus einer einzigen Quelle, der Fähigkeit zum Urteil. Kant unterscheidet zunächst vier Kategorien, von denen jede drei Momente hat. Es sind also 4 x 3 = 12.

„Wenn wir von allem Inhalte eines Urteils überhaupt abstrahieren, und nur auf die bloße Verstandesform darin Acht geben, so finden wir, dass die Funktion des Denkens in demselben unter vier Titel gebracht werden könne, deren jeder drei Momente unter sich enthält.“ KdV, B95

Diese Kategorien stammen nicht aus der sinnlichen Erfahrung, sie sind daher transzendent.

Die Modalität hat einen besonderen Status:
4. Die Modalität der Urteile ist eine ganz besondere Funktion derselben, die das Unterscheidende an sich hat, daß sie nichts zum Inhalte des Urteils beiträgt (denn außer Größe, Qualität und Verhältnis ist nichts mehr, was den Inhalt eines Urteils ausmachte), sondern nur den Wert der Kopula in Beziehung auf das Denken überhaupt angeht.
Kant, Kritik der reinen Vernunft

Kant nummeriert die vier Kategorien, wie im Link zu sehen ist: Kategorien

An diesem schlichten Beispiel eines analytischen Urteils (die Sache zergliedernd) kann man erkennen, wie Kategorien in unseren Aussagen verwendet werden. Wir verwenden die Kategorien „Alle“ und „wirklich“, ohne je darüber nachgedacht zuhaben, woher wir sie nehmen. Weder für die „Wirklichkeit“, noch das „All“ haben wir sinnliche Referenzen. Sie sind daher zwingend und ohne jeden Zweifel transzendent.

Die Kategorien (Transzendentale Prinzipien) sind Vierheitlich, übrigens auch bei Hegel. Vierhheit nannten die Pythagoreer Tetraktys. Siehe Quell der ewig strömenden Natur
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